Divengleich schmiegt sich ein nackter, männlicher Körper auf eine Matratze. Wer regelmäßig durch die Hauptstadt-Clubs tingelt, erkennt ihn sicher: Der Körper gehört Frank Künster, ein sympathischer Türsteher und eine Institution im Berliner Nachtleben. Für muun zog er blank und zeigt sich nun der ganzen Stadt von seiner weichen Seite und in voller, 135-Kilo-schwerer Schönheit. Gekrönt wird Franks Körper in Großformat von dem Hashtag #germansoftness. Mit dieser Kampagne, die ab sofort Berlins Straßen ziert, wird nun auch jeder wissen, was muun ist: eine Matratze. Aber nicht nur das, erklären uns Vincent Brass und Frederic Böert, die muun Anfang 2015 gründeten – wie so häufig bei ursprünglich branchenfremden Start-ups – aus einer selbst empfundenen Marktlücke heraus, da es einfach noch kein zufriedenstellendes Produkt gab.
Aus Mangel an Kenntnis findet sich der Normalo-Verbraucher schließlich überfordert in einem Matratzen Concord wieder oder rennt aus Verzweiflung zu Ikea. Zuhause kommt ein Spannbettlaken drüber, und: Aus den Augen, aus dem Sinn. Matratzen sind egal, beziehungsweise nicht sonderlich wichtig. Die Marke muun will das ändern und das Thema Schlaf wieder ins Bewusstsein rücken. Ihre Matratzen sind nicht nur hübsch, sondern ebenso vielseitig wie individuelle Schlafbedürfnisse. Mit nur einer Matratze von muun lassen sich vier unterschiedliche Liegegefühle erzielen, die durch simples Wenden von Auflage und Kern an die persönlichen Vorlieben angepasst werden können. Ein perfektes, modulares System, welches sogar kürzlich mit dem Red Dot Award ausgezeichnet wurde und nominiert ist, für den German Design Award. Nicht nur Berlins Blogger schlafen inzwischen auf einer muun Matratze, sondern auch Wim Wenders. Das Geheimnis ihres rasanten Erfolgs verrieten uns die beiden Gründer in ihrem Office, Showroom und Shop in Berlins Mulackstraße.
Lieber Vincent, lieber Frederic, ihr seht ganz normal aus, wie kommt ihr zu Matratzen? Für uns ist muun nicht nur eine Matratze, wir wollen eine Marke aufbauen, rund um das Thema Schlaf. Das ist für uns auch ziemlich logisch. Im Lifestyle-Bereich gibt es so vieles, Stichwort Ernährung, Fitness, Beauty, Mode und das Thema Schlaf, das doch so wichtig ist – auch im Hinblick auf Beauty und Fitness – war bisher nicht präsent.
Wie habt ihr vor zweieinhalb Jahren angefangen, das Thema zu entwickeln? Erst haben wir einfach unsere Zielgruppe befragt, Leute wie du und ich, die ein bisschen mehr Wert auf ihr Essen und ihren Lifestyle legen. Warum kauft ihr nachhaltige, schöne Dinge und gebt nur 200 Euro für eure Matratze aus? So haben wir festgestellt, dass 70 Prozent nicht einmal Matratzenmarken kennen. Stattdessen geht man zum Ramschladen an der Ecke oder dem Fluchtort Ikea, wenn man nicht mehr weiter weiß. Anschließend wird das Teil ohnehin mit einem Bezug verdeckt. Dabei kennen die Leute die Marken von ihren Waschmaschinen, Kühlschränken und so unglaublich vielen Konsumgütern, die so viel unwichtiger sind als das Thema Schlaf.
Was machen Matratzenhersteller denn falsch? Die haben sich unserer Meinung nach von ihrer Zielgruppe entkoppelt, sprechen diese gar nicht mehr gezielt an und haben komischerweise ein ganz unemotionales Standing.
Schlaf ist doch im Grunde gar kein unemotionales Thema oder? Das finden wir auch. Denn jeder hat Bock auf Schlafen. Und jeder geht gerne ins Bett.
Und da habt ihr euch entschlossen eine Marktlücke zu schließen? Zunächst wollten wir einen Concept Store zum Thema Schlaf machen, haben aber schnell festgestellt, dass es keine Produkte gibt, die wir in unser Konzept aufnehmen würden und die unseren Ansprüchen genügt. Die Matratze soll nur der Anfang sein. Wir wollen eine komplette Marke entwickeln, die das Thema Schlaf behandelt und wollen das Produktsortiment perspektivisch erweitern.
Was erwartet uns da? Als nächstes kommen Decke und Kissen und dann geht es ums Drumherum, das komplette Schlafzimmer und Interieur. Mit der Design Company New Tendency machen wir zum Beispiel ein Bett, dann kommt eine Duftlinie, die einen Pillow-Mist, einen Diffuser und eine Kerze beinhaltet. Wir arbeiten zusammen mit der Modemarke The Sleeper, die Pyjamas macht, mit denen man vor die Tür gehen kann. Und so geht es immer weiter, Sleepwear, Sleepcare…
Aber noch mal zu eurem Kernprodukt, der Matratze. Wie habt ihr die entwickelt? Wir hatten ja beide vorher keine Berührungspunkte mit dem Matratzen-Business, keiner von uns ist damit aufgewachsen. Vielleicht war das ein Vorteil. Erst einmal haben wir unsere Recherche aus der Befragung zusammen getragen: Die Leute sind auf dem Markt überfordert und werden gleichzeitig mit ihren Bedürfnissen allein gelassen. Deshalb haben wir auch nur eine Matratze entwickelt, das macht es schon mal einfacher. Trotzdem gehen wir auf die unterschiedlichen Liegebedürfnisse ein, indem wir einen Wendemechanismus entwickelt haben, der vier Liegegefühle in einer Matratze beherbergt.
Wie muss ich mir das vorstellen? Zunächst liefern wir kostenfrei nach Hause und man hat 100 Tage zum Ausprobieren. So können alle vier Liegemöglichkeiten in Ruhe getestet werden. Dann muss man sich das so vorstellen: Man hat vier Elemente, hart, weich, hart, weich – vereinfacht gesagt –, das macht vier verschiedene Kombinationsmöglichkeiten. Es gibt den Kaltschaum im Kern und das zweite, obere Element, bestehend aus Kautschuk und Memory-Schaum. Da kann man sich entscheiden, auf welcher Seite man schlafen will.
Was mache ich, wenn mein Partner 150 Kilo wiegt?Oder gerne sehr soft liegt? Deshalb ist die Matratze im Inneren zweigeteilt und doch äußerlich eins: Man kann jede Seite einzeln einstellen – ganz ohne Besucherritze. Ein sehr modulares Produkt.
Was kostet dieser Luxus? Zwischen 490 bis 1090 Euro für eine Matratze, je nach Größe. Das ist vergleichsweise günstig, da wir alles selbst ausgewählt und entwickelt haben und auf Zwischenhändler verzichten, große Margen fallen deshalb weg, sonst müssten die Produkte mehr als doppelt so teuer sein.
Was ist euer großes Ziel? Am liebsten würden wir das Thema Schlaf in den Köpfen als wichtiges Thema festigen. Wir wollen langfristig daran arbeiten, dass die Leute sich so selbstverständlich eine gute Matratze kaufen, wie eine gute Hautcreme, ein ordentlichespaar Schuhe oder ein Sofa.
Da mache ich mir irgendwie keine großen Sorgen. Wenn man Bettwäsche nun mit dekorativer Kosmetik gleichsetzt und die Matratze mit der Creme oder dem Serum, würde ich denken, setzen die meisten inzwischen doch auf nachhaltigere und qualitativ hochwertigere Produkte. Wie seht ihr das? Total, da findet gerade ein Umdenken statt, das wir auch beobachten können. Auf dem Schlaf-Markt ist aber noch viel zu tun…
Wie kam es zu der tollen Kampagne mit Frank Künster? Wir wollten mit dem Klischee spielen, dass die Deutschen immer nur als hart, pünktlich, präzise wahrgenommen werden. Auch wir stehen für deutsche Qualität, haben aber auch einen soften Kern. Deshalb sind wir mit dem Hashtag #germansoftness präsent. Dann kam die Frage: Wie macht man eine Matratze sexy und erzählt gleichzeitig, dass sie für jedermann ist? Die perfekte Umsetzung entstand in Zusammenarbeit mit der Agentur Amsterdam Berlin und vor allem unserem Protagonisten Frank Künster.
Wir bei der Style lieben die Kampagne! Was kann die Matratze noch? Das Material ist allergikergeeignet (Milben haben keine Chance), atmungsaktiv, temperaturregulierend und der obere Bezug ist waschbar.
Klingt perfekt! Vielen Dank Vincent und Frederic für das nette Gespräch und gute Nacht!
Kampagnenbilder: Agentur Amsterdam Berlin Fotoregie: Moritz Grub
Divengleich schmiegt sich ein nackter, männlicher Körper auf eine Matratze. Wer regelmäßig durch die Hauptstadt-Clubs tingelt, erkennt ihn sicher: Der Körper gehört Frank Künster, ein sympathischer Türsteher und eine Institution im Berliner Nachtleben. Für muun zog er blank und zeigt sich nun der ganzen Stadt von seiner weichen Seite und in voller, 135-Kilo-schwerer Schönheit. Gekrönt wird Franks Körper in Großformat von dem Hashtag #germansoftness. Mit dieser Kampagne, die ab sofort Berlins Straßen ziert, wird nun auch jeder wissen, was muun ist: eine Matratze. Aber nicht nur das, erklären uns Vincent Brass und Frederic Böert, die muun Anfang 2015 gründeten – wie so häufig bei ursprünglich branchenfremden Start-ups – aus einer selbst empfundenen Marktlücke heraus, da es einfach noch kein zufriedenstellendes Produkt gab.
Aus Mangel an Kenntnis findet sich der Normalo-Verbraucher schließlich überfordert in einem Matratzen Concord wieder oder rennt aus Verzweiflung zu Ikea. Zuhause kommt ein Spannbettlaken drüber, und: Aus den Augen, aus dem Sinn. Matratzen sind egal, beziehungsweise nicht sonderlich wichtig. Die Marke muun will das ändern und das Thema Schlaf wieder ins Bewusstsein rücken. Ihre Matratzen sind nicht nur hübsch, sondern ebenso vielseitig wie individuelle Schlafbedürfnisse. Mit nur einer Matratze von muun lassen sich vier unterschiedliche Liegegefühle erzielen, die durch simples Wenden von Auflage und Kern an die persönlichen Vorlieben angepasst werden können. Ein perfektes, modulares System, welches sogar kürzlich mit dem Red Dot Award ausgezeichnet wurde und nominiert ist, für den German Design Award. Nicht nur Berlins Blogger schlafen inzwischen auf einer muun Matratze, sondern auch Wim Wenders. Das Geheimnis ihres rasanten Erfolgs verrieten uns die beiden Gründer in ihrem Office, Showroom und Shop in Berlins Mulackstraße.
Lieber Vincent, lieber Frederic, ihr seht ganz normal aus, wie kommt ihr zu Matratzen?
Für uns ist muun nicht nur eine Matratze, wir wollen eine Marke aufbauen, rund um das Thema Schlaf. Das ist für uns auch ziemlich logisch. Im Lifestyle-Bereich gibt es so vieles, Stichwort Ernährung, Fitness, Beauty, Mode und das Thema Schlaf, das doch so wichtig ist – auch im Hinblick auf Beauty und Fitness – war bisher nicht präsent.
Wie habt ihr vor zweieinhalb Jahren angefangen, das Thema zu entwickeln?
Erst haben wir einfach unsere Zielgruppe befragt, Leute wie du und ich, die ein bisschen mehr Wert auf ihr Essen und ihren Lifestyle legen. Warum kauft ihr nachhaltige, schöne Dinge und gebt nur 200 Euro für eure Matratze aus? So haben wir festgestellt, dass 70 Prozent nicht einmal Matratzenmarken kennen. Stattdessen geht man zum Ramschladen an der Ecke oder dem Fluchtort Ikea, wenn man nicht mehr weiter weiß. Anschließend wird das Teil ohnehin mit einem Bezug verdeckt. Dabei kennen die Leute die Marken von ihren Waschmaschinen, Kühlschränken und so unglaublich vielen Konsumgütern, die so viel unwichtiger sind als das Thema Schlaf.
Was machen Matratzenhersteller denn falsch?
Die haben sich unserer Meinung nach von ihrer Zielgruppe entkoppelt, sprechen diese gar nicht mehr gezielt an und haben komischerweise ein ganz unemotionales Standing.
Schlaf ist doch im Grunde gar kein unemotionales Thema oder?
Das finden wir auch. Denn jeder hat Bock auf Schlafen. Und jeder geht gerne ins Bett.
Und da habt ihr euch entschlossen eine Marktlücke zu schließen?
Zunächst wollten wir einen Concept Store zum Thema Schlaf machen, haben aber schnell festgestellt, dass es keine Produkte gibt, die wir in unser Konzept aufnehmen würden und die unseren Ansprüchen genügt. Die Matratze soll nur der Anfang sein. Wir wollen eine komplette Marke entwickeln, die das Thema Schlaf behandelt und wollen das Produktsortiment perspektivisch erweitern.
Was erwartet uns da?
Als nächstes kommen Decke und Kissen und dann geht es ums Drumherum, das komplette Schlafzimmer und Interieur. Mit der Design Company New Tendency machen wir zum Beispiel ein Bett, dann kommt eine Duftlinie, die einen Pillow-Mist, einen Diffuser und eine Kerze beinhaltet. Wir arbeiten zusammen mit der Modemarke The Sleeper, die Pyjamas macht, mit denen man vor die Tür gehen kann. Und so geht es immer weiter, Sleepwear, Sleepcare…
Aber noch mal zu eurem Kernprodukt, der Matratze. Wie habt ihr die entwickelt?
Wir hatten ja beide vorher keine Berührungspunkte mit dem Matratzen-Business, keiner von uns ist damit aufgewachsen. Vielleicht war das ein Vorteil. Erst einmal haben wir unsere Recherche aus der Befragung zusammen getragen: Die Leute sind auf dem Markt überfordert und werden gleichzeitig mit ihren Bedürfnissen allein gelassen. Deshalb haben wir auch nur eine Matratze entwickelt, das macht es schon mal einfacher. Trotzdem gehen wir auf die unterschiedlichen Liegebedürfnisse ein, indem wir einen Wendemechanismus entwickelt haben, der vier Liegegefühle in einer Matratze beherbergt.
Wie muss ich mir das vorstellen?
Zunächst liefern wir kostenfrei nach Hause und man hat 100 Tage zum Ausprobieren. So können alle vier Liegemöglichkeiten in Ruhe getestet werden. Dann muss man sich das so vorstellen: Man hat vier Elemente, hart, weich, hart, weich – vereinfacht gesagt –, das macht vier verschiedene Kombinationsmöglichkeiten. Es gibt den Kaltschaum im Kern und das zweite, obere Element, bestehend aus Kautschuk und Memory-Schaum. Da kann man sich entscheiden, auf welcher Seite man schlafen will.
Was mache ich, wenn mein Partner 150 Kilo wiegt? Oder gerne sehr soft liegt?
Deshalb ist die Matratze im Inneren zweigeteilt und doch äußerlich eins: Man kann jede Seite einzeln einstellen – ganz ohne Besucherritze. Ein sehr modulares Produkt.
Was kostet dieser Luxus?
Zwischen 490 bis 1090 Euro für eine Matratze, je nach Größe. Das ist vergleichsweise günstig, da wir alles selbst ausgewählt und entwickelt haben und auf Zwischenhändler verzichten, große Margen fallen deshalb weg, sonst müssten die Produkte mehr als doppelt so teuer sein.
Was ist euer großes Ziel?
Am liebsten würden wir das Thema Schlaf in den Köpfen als wichtiges Thema festigen. Wir wollen langfristig daran arbeiten, dass die Leute sich so selbstverständlich eine gute Matratze kaufen, wie eine gute Hautcreme, ein ordentlichespaar Schuhe oder ein Sofa.
Da mache ich mir irgendwie keine großen Sorgen. Wenn man Bettwäsche nun mit dekorativer Kosmetik gleichsetzt und die Matratze mit der Creme oder dem Serum, würde ich denken, setzen die meisten inzwischen doch auf nachhaltigere und qualitativ hochwertigere Produkte. Wie seht ihr das?
Total, da findet gerade ein Umdenken statt, das wir auch beobachten können. Auf dem Schlaf-Markt ist aber noch viel zu tun…
Wie kam es zu der tollen Kampagne mit Frank Künster?
Wir wollten mit dem Klischee spielen, dass die Deutschen immer nur als hart, pünktlich, präzise wahrgenommen werden. Auch wir stehen für deutsche Qualität, haben aber auch einen soften Kern. Deshalb sind wir mit dem Hashtag #germansoftness präsent. Dann kam die Frage: Wie macht man eine Matratze sexy und erzählt gleichzeitig, dass sie für jedermann ist? Die perfekte Umsetzung entstand in Zusammenarbeit mit der Agentur Amsterdam Berlin und vor allem unserem Protagonisten Frank Künster.
Wir bei der Style lieben die Kampagne! Was kann die Matratze noch?
Das Material ist allergikergeeignet (Milben haben keine Chance), atmungsaktiv, temperaturregulierend und der obere Bezug ist waschbar.
Klingt perfekt! Vielen Dank Vincent und Frederic für das nette Gespräch und gute Nacht!
Kampagnenbilder: Agentur Amsterdam Berlin
Fotoregie: Moritz Grub
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